Überblick

Ich habe bis 2009 Philosophie und Informatik, außerdem ein bisschen Soziologie und Sozialpsychologie studiert. Bis 2000 studierte ich an der Universität Hannover [ext], hauptsächlich bei Peter Bulthaup [ext], Hans G. Bensch [ext], Frank Kuhne [ext] und deren Tutoren. Einen entscheidenden Teil zu meiner Weiterbildung trugen dort die semi-universitären Kurse des Gesellschaftswissenschaftlichen Instituts [ext] bei. In dieser Zeit studierte ich hauptsächlich, was man vielleicht kanonische Texte nennen könnte, also Aristoteles, Descartes, Kant, Hegel, Marx und Adorno.

2000 zog ich nach Berlin und studierte an der Freien Universität [ext] hauptsächlich bei Andreas Arndt [ext]. Dementsprechend stand Hegel weiterhin im Zentrum meines Studiums, und das nicht zufällig, weil ein sympathischer Professor viele Vorlesungen zu Hegel macht, sondern natürlich, weil ich der Ansicht bin, dass jede vernünftige Philosophie sich mehr als an jeder anderen an der Hegelschen abzuarbeiten hat.

Seit ich keine Leistungsnachweise mehr benötigte, und besonders seit dem Abschluss meines Universitätsstudiums studiere ich inzwischen privat. Dabei interessiert mich seit einiger Zeit besonders, ob von der Postmoderne auch aus der (m.E. vernünftigen) Sicht eines kritischen Hegelianers noch etwas wirklich Entscheidendes zu lernen ist. Ich vermute, dass das bei der Frage nach der Struktur symbolischer Ordnungen der Fall ist und gehe dem nach. Einen Anfang zu diesem thema habe ich in meiner Magisterarbeit gemacht, die unter meinen Publikationen zu finden ist.

Dabei geht es mit vor allem -- und durchaus nicht als Selbstzweck, sondern aus politischen Gründen -- um eine Aktualisierung des Begriffs der Aufklärung, der nicht mehr allein darin sein Wesen hat, Nichtwissen durch Wissen zu ersetzen, sondern vielmehr in der Umordnung subjektiver Ordnungen. Das hat einiges mit dem Begriff der Immanenten Kritik zu tun, geht aber darüber hinaus. Ein erster Ausblick in diese Richtung findet sich auch in der Phase 2.28 unter dem Titel Helden in glänzenden Rüstungen und die Wirklichkeit.

Überhaupt, Politik: Politik spielt für mich eine wichtige Rolle schon aus persönlichen Gründen: Ich kann es wirklich nicht mehr ertragen in der Welt wie sie ist. Deshalb gilt ein Großteil dessen, was ich tue, dem Ansinnen, eine Kleinigkeit dazu beizutragen, die Welt zu verändern. Das Ziel dieser Veränderung sollte m.E. abstrakt schon so etwas sein, wie Marx im kommunistischen Manifest beschrieben hat: "Anstelle der bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist", nicht umgekehrt die unfreie Entwicklung aller unter der Herrschaft des ihnen fremden Zwecks der Kapitalakkumulation die Bedingung der unfreien Entwicklung eines jeden.

Das ist schon in Hegels Programm des an und für sich freien Willens angelegt, aber leider inkonsequent durchgeführt. Nichts desto trotz ist aus der Beschäftigung mit der Hegelschen politischen Philosophie einiges über die Erfordernisse einer befreiten Gesellschaft zu lernen, ganz besonders, wenn man nicht wie viele heutige Linke auf einen naiven Standpunkt der Unmittelbarkeit zurückfallen will, der das "gute" Bourgeois-Interesse verwirklichen will gegen das "böse" des Citoyen. Das Ziel muss dagegen eine vernünftige Vermittlung von Allgemeinem und Besonderem sein, in der weder das Allgemeine noch das Besondere das bleiben, was sie sind.

Ich bin der festen Überzeugung, dass Alltagskultur ein entscheidendes Feld politischer Intervention darstellt. Während ich früher mit Adorno glaubte, dass nur in der autonomen Kunst ein Befreiungspotential festzustellen wäre, führte mich -- wie bei vielem -- die Beschäftigung mit Hegel darüber hinaus. Während die autonome Kunst im Leben der meisten Menschen schon deshalb nicht die Rolle spielen kann, die sie ihrer inneren Beschaffenheit nach spielen könnte, weil den meisten Menschen schlicht und einfach nicht die Zeit für die erforderliche Bildung des Geschmacks bleibt, ist Alltagskultur dasjenige, durch das hindurch Menschen ihr Selbstbild generieren, ihre subjektive Ordnung der Welt strukturieren und sich identifizieren. Kritik hat innerhalb der Strukturen dieser gegenwärtigen Subjektivität anzusetzen. Selbst-Bildung muss als bestimmte Negation des Alltags im Alltag statt finden. Ich meine, aufzeigen zu können, dass Kulturindustrie nicht notwendig immer das Immergleiche ist, sondern dass es in ihr qualitative Verschiebungen in Richtung vernünftiger Subjektivität gibt. Deshalb spielt die Reflexion auf Pop-Kultur für mich eine große Rolle, obwohl ich den Optimismus Benjamins oder der Cultural Studies nicht teile.

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[Bild eines schlecht und einfach mit einem Grafik-Programm gezeichneten Totenschädels]
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